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Ironman Lanzarote 2010 das härteste Rennen der Serie:

Bericht von Jürgen Kovasits, Tri Team Parndorf, betreibt Triathlon seit 2008:

2008:
Langdistanz Podersdorf: 13.23
Ultraradmarathon Mörbisch 254 km: 8.40
2009:Langdistanz Quelle Challenge Roth: 12.04
Halbironmandistanz Linz: 5.50
2010:
Langdistanz Ironman Lanzarote: ( 3,8 km schwimmen, 180 km radfahren, 42 km laufen ): 14.10


Endlich war der Tag gekommen, an dem meine Frau Simone und ich unsere Reise nach Lanzarote endlich antreten konnten.
5 Tage vor dem Ironman bezogen wir unser Quartier. Dieses lag in Puerto del Carmen direkt am Strand,
wo auch der Schwimmstart erfolgen sollte, die Schwimmstrecke war zu dieser Zeit schon ausgesteckt.

Den ersten Tag gingen wir ruhig an, ließen uns von der Schönheit der Insel begeistern und konnten uns an
dem blauen Meer und der herrlichen Landschaft nicht satt sehen. Am zweiten Tag wurde gleich mit dem ersten
Außenschwimmtraining der Saison begonnen. Die Wassertemperatur betrug 21 Grad, der Wellengang war mittelmäßig,
mit weißen Schaumkronen. Während des Schwimmens musste ich feststellen, dass das Meer nicht das Hallenbad ist.
Da ich noch nie im Meer geschwommen bin, ist mir da so weit draußen so ganz alleine doch ziemlich mulmig geworden.
Zu allem Überfluss wurde auch noch der Wellengang stärker und als ich dann unter mir noch einen Rochen schwimmen
sah und viele verschiedene Fische, stellte ich mir die Frage, ob es denn da auch Haie gebe ???

Unversehrt aus dem Wasser gestiegen musste ich den ersten Trainingstag einmal auf mich wirken lassen.
Die Schwimmzeit betrug fünf Minuten länger als erwartet, das stimmte mich etwas nachdenklich und der Respekt
vor dem was noch alles vor mir lag, wurde noch größer.

Der dritte Tag begann mit einem guten Frühstück, mein Kopf jedoch war beim Schwimmen.
Als ich die Schwimmstrecke zum zweiten Mal in Angriff nahm, ging es mir schon wesentlich besser.
Es war zwar wellig, aber diesmal kam ich mit den Umständen besser zurecht.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit ausgeborgten Rädern und erkundeten die Insel.

Dann kam der Freitag. Da ich die Radstrecke nicht kannte, beschloss ich, sie mir ein bisschen näher anzuschauen.
Es ging ständig nur bergauf und der Wind war stark. Aber dafür ist diese Radstrecke ja bekannt.
Zurück im Quartier fuhren wir mit dem Bus in den Club La Santa um die Startunterlagen abzuholen und
die Wettkampfbesprechung mitzuverfolgen. Die Anspannung war mittlerweise enorm, ich hatte noch nie so viele
durchtrainierte Triathleten auf einen Haufen gesehen.

Wir verbrachten noch einige Zeit auf der Triathlon Messe im Club, dann fuhren wir wieder zurück.
Angekommen in Puerto del Carmen checkte ich mein Fahrrad ein, gab meine Laufsachen ab und begann meine
Kohlenhydratspeicher bei einem deftigen Abendessen zu füllen.

SAMSTAG; TAG DES RENNES:

Um 4 Uhr läutete der Wecker. Um 4 Uhr 20 Minuten ging ich zum Frühstück, es war sehr ruhig im Speisesaal,
bei den Tischen saßen vereinzelnd die Triathleten und es knisterte vor Spannung.
Zurück im Zimmer zog ich meinen Neopren an und begab mich zum Warmup am Strand.
Mittlerweile hatten sich die Atlethen am Strand für den Massenstart von 1600 Eisernen eingefunden,
um 7 Uhr erfolgte der Startschuss für zwei Runden Schwimmen.

Im Wasser war es sehr hektisch, es wurde aufeinander eingeprügelt und viele Atlethen bekamen schon beim Start Probleme.
Als sich das Feld auseinanderzog, konnte ich einen entspannten Schwimmstil finden.
Nach der ersten Runde ging es über einen kurzen Landgang von ca. 20 m in die zweite Runde,
mit der Zeit von 1.32.25 über 3,8 km konnte ich zufrieden sein und es ging weiter in die Wechselzone,
die dieses Jahr leider direkt am Strand lag.

Beim Umziehen gelang es mir nicht, den Sand vollständig von meinen Füßen zu entfernen, man wurde ihn einfach nicht los,
was mir später zum Verhängnis werden sollte. Die Entfernung von der Wechselzone zum Fahrrad betrug mindestens 400 m.
Ich schnappte mir mein Bike und war sehr motiviert. Langsam auf der Radstrecke eingewöhnt, ließ ich mir all die Tipps
von meinen Triteam Kollegen durch den Kopf gehen. Es war extrem heiß, und die Schlacht begann.

Die ersten kleinen Anstiege begannen in Yaiza über die Fire Mountains runter nach Famara, bis dann die echten Berglein begannen.
Ich nahm mich auf den Bergen sehr zurück, konnte diese sehr gut bewältigen und gab auf den geraden Strecken richtig Gas.
Auf der Radstrecke war es extrem heiß und einige der Triathleten bekamen die Sonne zu spüren, in dem sie sich
übergaben und das Rennen frühzeitig beenden mussten. Der Sanitäterbus der ständig seine Runden drehte, hatte jede Menge zu tun.
Nebenbei gab es viele Reifenpannen und Kollegen die mit Krämpfen kämpften. Auf der gesamten Strecke brauchte ich insgesamt
12 Radflaschen zu trinken. Angekommen in Puerto del Carmen konnte ich den 180 km Rundkurs über die Insel mit
insgesamt 2551 Höhenmetern in 7 Stunden 4 Minuten und 28 Sekunden beenden. Ich fühlte mich sehr fit und stark.

Wieder in der endlos langen Wechselzone ging es danach auf einen drei Runden Kurs zum Laufen.
Voll motiviert lief ich locker und entspannt los. Die erste Runde betrug 18.66 km, die zweite und
dritte Runde 11.80 km. Am Ende der ersten Runde angekommen bemerkte ich, dass meine Zehen sehr schmerzten.
Außerdem waren die Verpflegungsstationen für meine Begriffe viel zu weit auseinander, es hatte noch immer
30 Grad und es war nahezu Windstill. Der Laufuntergrund war teilweise schwarz gefliest oder mit rotem Sandstein
gepflastert, so konnte sich die Hitze der Sonne so richtig entfalten. Das Problem mit den Füßen wurde immer schlimmer.
Mittlerweile scheuerte der Sand so stark zwischen den Zehen das ein runder Laufstil unmöglich wurde.
Viele Athleten hatten den selben leidigen Ausdruck im Gesicht wie ich. Während des Laufens verspürte
ich wie eine Blase nach der anderen auf meinen Außenzehen und Vorderfußballen aufplatzte und die Schmerzen unerträglich wurden.
Außerdem verspürte ich ständig leichte Kreislaufprobleme.

Irgendwie schaffte ich es mit meinen wirklich letzten Kräften in den Zieleinlauf und genoss diesen sehr.
Mit 14.10.05 überquerte ich die Ziellinie. Der Moment wo man mir die Medaille umhängte, gehörte zu den
schönsten meines gesamten Lebens. Ich glaube, ich werde diesen Moment nie vergessen. Die Leute jubelten,
und für kurze Zeit waren Hitze, Schmerz und Übelkeit vergessen.

ICH HATTE ES TATSÄCHLICH GESCHAFFT !!!



Nachdem ich mich auf einen Sessel niedergelassen hatte, zog ich mir sofort meine Schuhe aus und begutachtete
meine geschwollenen Füße, die von Blasen übersäht waren.

Simone und ich beschlossen auf den neu errungenen Titel Ironman Lanzarote anzustoßen, und ließen uns in ein Lokal
direkt am Gelände nieder. Nach ca. 10 Minuten merkte ich plötzlich, wie die Geräusche rund um mich immer lauter wurden,
und ich mit Schweißausbrüchen zu kämpfen hatte. Mein Gesicht wurde weißer und weißer, aber irgendwie schaffte ich es,
nicht vom Sessel zu fallen. Wir bezahlten schnell und ich wackelte mit Schüttelfrost ins Sanitäterzelt,
erst auf dem Bett zugedeckt mit etlichen Decken und einer Infusionsnadel im Arm, kam ich wieder zu mir.

Ich war dort nicht alleine, etliche andere lagen zerstört wie ich auf den Feldbetten herum, teilweise ansprechbar,
teilweise schlafend. Die Sanitäter rannten von einem zum anderen, und kümmerten sich um uns.
Irgendwann konnte ich dann wieder aufstehen, und wankte mit Decken um mich gewickelt ins nahe Hotel.

Ich bin mehr als zufrieden mit meiner Zeit, die zwar mit 12 Stunden 30 Minuten geplant war,
aber dann mit 14 Stunden 10 Minuten realistisch wurde. Das Rennen war ein Kampf von Anfang bis zum Ende,
meine Platzierung von ca. 1600 Eisernen betrug 967.

Bedanken möchte ich mich bei meinen Freunden Lothar, Bruno, Meinhard, Werner, Mario, Franz und Edi,
die mir das ganze Training zur Seite standen.

Bei diesem Rennen gehört Schmerz und Leid sowie der Wind und die Sonne einfach dazu.
Es war ein harter Tag, doch ein unvergesslicher. Ich freue mich auf die nächsten Rennen und wünsche
allen meinen Kollegen auch eine glückliche Saison, die ich jetzt entspannt mit meiner Ironman Medaille mitverfolgen werde.

P.S.: Möchte mich ganz speziell beim Lothar bedanken, da er mir schon zu Trainingszeiten sein absolutes
Spitzen-Produkt Novisan Sport Aktiv empfohlen hatte, und ich dank regelmäßiger Anwendung weder während
des Trainings noch beim Wettkampf mit Krämpfen oder sonstigen Problemen mit der Muskulatur zu kämpfen hatte.

Danke auch meinem Sponsor Harald Neumayer Bau & Transporte in Purbach und bei meinem Sponsor Stefan von Stefan´s Corner,
in St. Andrä am Zicksee: Stefan, du hast die besten Spareribs weit und breit, und wir kommen bald auf ein paar Rippchen vorbei !!!


 

Webmaster Ing. Herbert Dobsak