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Salzburg AMREF-Marathon am 15. Mai 2010

Nach 12 optimalen Trainingswochen und ca.700 gut geplanten Trainingskilometern war meine Zuversicht vor
dem Rennwochenende sehr groß, die Schallmauer von 3Std.30min. nach 7 marathonlosen Jahren wieder durchbrechen zu können.
Leider habe ich bei dieser optimistischen Zielsetzung nicht bedacht, dass auch bei einem sehr späten Marathontermin das
Wetter nicht immer mitspielen muss und es kam, wie es kommen musste. Der Wetterbericht versprach bereits ab Mitte der
Woche einen massiven Kälteeinbruch mit Dauerregen und Sturm und leider irrte der Forecast auch nicht. Bereits am Samstag
empfing meine Frau und mich Salzburg mit feuchtem Wetter und Temperaturen unter 10°C, was den geplanten Stadtbummel durch
Getreidegasse und Altstadt eher zu einer Pflichtübung als zum Erlebnis werden ließ.

Der erste Wettercheck am frühen Sonntag war dann nochmals deutlich unangenehmer. Strömender Regen und Temperaturen um die 5°
stellten die bereits getroffene Bekleidungswahl mehrmals in Frage. Letztendlich fiel die Entscheidung dann auf die wärmende
Herbst-Winterkollektion anstelle des geplanten Sommerdress.

Meine Frau versuchte meine Motivation trotz widrigster Wetterumstände hoch zu halten, was ihr auch sehr gut gelang.
Nach dem erlösenden Start absolvierte ich die erste von zwei Halbmarathonschleifen exakt nach Plan in 1Std.43min.
Regen und Kälte hatten aber bereits erste Spuren in der Muskulatur hinterlassen, was ich bis km 35 beharrlich
versuchte zu ignorieren. Denn immer noch war eine Zeit von unter 3Std.30min. im Bereich des Möglichen.
Kurz nach km 35 lief dann aber die Gruppe mit dem Pacemaker für 3Std.30min. auf mich auf. Mir war es zu diesem
Zeitpunkt nicht möglich das Tempo der Gruppe zu halten und ich verlor innerhalb von nur 500 Metern den Kontakt.
Was danach folgte, lässt sich am Treffensten unter „mentaler Totalschaden“ zusammenfassen.
Kilometerzeiten von 6 Minuten und mehr bedeuteten noch einen Zeitverlust von mehr als 7 Minuten auf den
letzten 6 Kilometern und wäre nicht meine Frau mit aufmunternden Worten und dem rettenden Cola bei km 38 gestanden,
ich weiß nicht ob ein Finishen möglichen gewesen wäre. So beendete ich den Marathon mit einer Zeit von 3.37,24,
schwer angeschlagen, aber im Nachhinein dennoch stolz, Regen und Kälte getrotzt und den eigenen Schweinehund niedergerungen zu haben.


 

Webmaster Ing. Herbert Dobsak